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17.10.2017 Anti-Diskriminierungspreis für Lucie Veith

Für den Einsatz für die Menschenrechte Intersexueller verleiht die Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS) den diesjährigen "Preis für das Engagement gegen Diskriminierung" an Lucie Veith. Der undotierte Preis wurde Montagabend bei einer Festveranstaltung vor mehr als 300 geladenen Gästen im Berliner Museum für Kommunikation verliehen. Lucie Veith (61) setzt sich auf nationaler und internationaler Ebene für die Rechte und Anerkennung intersexueller Menschen und für den Schutz vor unfreiwilligen medizinischen Eingriffen ein.

"Anti-Diskriminierung braucht Vorbilder", sagte die Ministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Dr. Katarina Barley, in ihrer Laudatio. "Gleichstellung verwirklicht sich nicht in Debatten und Gesetzen. Gleichstellung muss gelebt werden, muss in der Gegenwartswelt der Menschen ankommen. Seit 15 Jahren ist Lucie Veith dafür unermüdlich bei der Sache. Diese Ausdauer und dieses Engagement sind nicht selbstverständlich und verdienen höchste Anerkennung."

Lucie Veith erhält Preis der Antidiskriminierungsstelle des Bundes Die Leiterin der Antidiskriminierungsstelle des Bundes, Christine Lüders, würdigte den "produktiven Zorn" und den Kampfgeist von Lucie Veith. "Veith hilft damit nicht nur vielen tausend intersexuellen Menschen in Deutschland, sondern leistet einen wichtigen Beitrag für das Gemeinwohl", sagte Christine Lüders: "Denn intersexuelle Menschen wollen und brauchen kein Mitleid. Sie brauchen gleiche Rechte."

Lucie Veith leitet das Kompetenzzentrum für Inter* in Niedersachsen, koordiniert die bundesweite Peer-to-Peerberatung und steht in Personalunion der Bundesgeschäftsstelle des Vereins Intersexuelle Menschen und der Geschäftsstelle des Vereins Intersexuelle Menschen Landesverband Niedersachsen vor.

Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes unterstützt Lucie Veiths Forderungen auf einen Geschlechtseintrag in Papieren zu verzichten und einen Hilfs- und Entschädigungsfonds für intersexuelle Menschen einzurichten, die im Kindesalter kosmetischen Genitaloperationen zur "Geschlechtsvereinheitlichung" unterzogen wurden und unter den Folgen davon leiden. "Die Praxis solcher Eingriffe, bei denen keine lebensbedrohliche Indikation vorliegt, muss umgehend gestoppt werden", sagte ADS-Leiterin und Unterstützerin der Kmapagne "anders und gleich NRW" Christine Lüders.

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Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS) ist mit Inkrafttreten des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) im August 2006 gegründet worden. Ziel des Gesetzes ist es, Diskriminierung aus rassistischen Gründen oder wegen ethnischer Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität zu verhindern oder zu beseitigen. Die Antidiskriminierungsstelle vergibt den "Preis für das Engagement gegen Diskriminierung" an Personen oder Institutionen, die sich in vorbildlicher Weise gegen Diskriminierung hervorgetan haben. www.antidiskriminierungsstelle.de

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